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Die ganze Causa Özil – Was dem Profi-Kicker vorzuwerfen ist und warum das nichts mit Fußball zu tun haben sollte

Eigentlich ist der „Fall Özil“ ja mittlerweile ein alter Hut. Trotzdem wärme ich ihn hier noch einmal auf, weil ich bei der Recherche zu meinem Buch „Das Scharia-Kartell – Fundamental-Islamische Netzwerke in Deutschland“ zufällig auf interessante Informationen gestoßen bin, die zwar nicht direkt mit Mesut Özil zu tun haben, wohl aber mit dem „Kreis der Düsseldorfer Muslime“ (KDDM), bei dessen Fußball-Turnieren der Kicker die Schirmherrschaft übernahm und für die er signierte Trikots spendete.
Der KDDM hat beste Verbindungen zur Düsseldorfer Landesregierung, der Vorsitzender Dalinc Dereköy ist CDU-Mitglied, protegiert von der Staatssekretärin für Integration, Serap Güler.
KDDM ist ein Sammelbecken fundamentalistischer Strömungen wie der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) sowie DITIB und kooperiert mit Islamic Relief Deutschland (IRD), einer Wohltätigkeitsorganisation aus dem Spektrum der Muslimbruderschaft (MB), u.a. bei den Fußball-Turnieren, bei denen Landespolitiker und/oder Mesut Özil die Schirmherrschaft übernahmen.

Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps –
oder warum Mesut Özils politischen Ansichten nichts mit seinen fußballerischen Qualitäten zu tun haben

Das Posieren mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoǧan war nicht das erste Mal, dass der deutsche Ex-Nationalspieler Mesut Özil seine fragwürdigen politischen Ansichten offenbarte. Im Gegenteil, es ist sozusagen die logische Konsequenz daraus.
Dazu ist zu sagen: Mesut Özil hat ein Recht auf eine politische Meinung. Auch auf eine, die uns nicht gefallen muss. Allerdings haben andere das Recht, diese zu kritisieren. Was wiederum ihm nicht gefallen muss. Was aber weder ihn zu einem besseren oder schlechteren Fußballer macht, noch seine KritikerInnen per se zu RassistInnen.
Unabhängig von der Kritik an seiner politischen Agenda gab es bereits im Vorfeld der Fußball WM in Russland rechte Hetze gegen die deutsche Nationalelf, die so manchen nicht „deutsch“ genug war. Viele tun sich schwer mit deutschen Fußballern mit schwarzen Haaren oder gar schwarzer Haut. Sich dagegen zur Wehr zu setzen ist das gute Recht der Betroffenen. Und der DFB hat die Pflicht, sich hinter, bzw. vor die Spieler zu stellen. Und Mesut Özil hat alles Recht der Welt, einzufordern, als Deutscher wahrgenommen und behandelt zu werden. Seine Vorliebe für osmanische Kriegsherren und türkische Präsidenten ändern daran nichts.
Wenn wir uns mal kurz erinnern: Begeisterung für Feldherren und Gewaltherrscher ist keine typisch türkische Eigenschaft, sondern eine ur-deutsche …
Zudem wäre mir neu, dass jemand seinen Anspruch, Deutscher zu sein, verliert, wenn er sich mit berühmten Persönlichkeiten, egal woher, ablichten lässt. Dass Menschen mit familiären Wurzeln in verschiedenen Ländern sich auch mit eben jenen identifizieren, sollte allen einleuchten.
Wer aber islamische Kriegsherren verehrt, sich mit exponierten Persönlichkeiten des fundamentalen Islams ablichten lässt, ein – vorsichtig formuliert – ablehnendes Verhältnis zu Israel offenbart und aktiv fundamental-islamische Organisationen unterstützt, muss damit leben, deswegen in die Kritik zu geraten. Mesut Özils Selfie mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoǧan war nur die Spitze des Eisbergs, die Kritik daran eine politische und vom Islam war so lange nicht die Rede, bis er sich in seinem Statement, in dem er seinen Rücktritt aus der Nationalelf verkündete, zum Opfer islamophober Türkenhasser stilisierte.
Ok, reden wir also vom Muslim Mesut Özil. Der nämlich nicht nur ein harmloser spirituell Suchender ist, sondern offenbar ein Anhänger des fundamentalen Islams, der u.a. die zweifelhafte IRD aktiv unterstützt, die eingebunden ist in das weltweite Netzwerk der Muslimbruderschaft.

Tiefblickende Homestory
Freundlicherweise lud der Kicker uns, bzw. das Lifestyle Magazin Hypebeast, das uns via Video daran teilhaben ließ, in seine Londoner Wohnung ein.
Wobei Wohnung es nicht ganz trifft, sagen wir, er gewährte einen Blick in seine Gemächer. Schon dieser Blick hinter die Kulissen offenbarte Erstaunliches: Im Fernsehzimmer hängt ein großes Portrait, es zeige den osmanischen Sultans Selim III., sagt Mesut Özil: „He was the Ottoman Sultan Selim. He conquered the city Istanbul.“ (Er ist der ottomanische Sultan Selim. Er eroberte die Stadt Istanbul).
Das stimmt zwar nicht, denn Konstantinopel wurde 1453 von Sultan Mehmed II erobert. Und zwar, indem der „Conqueror“ die Bevölkerung massakrieren und ausplündern ließ, die Region islamisierte und die zu der Zeit zweitwichtigste Kirche des Christentums, die Hagia Sophia, in eine Moschee umwandelte. Mit der Eroberung Konstantinopels besiegelte er Untergang des Byzantinischen Reiches und ebnete dem Osmanischen Reich den Weg zur Großmacht.
Diese „Heldentaten“ sind es Mesut Özil offenbar wert, mit dem Portrait des Eroberers sein Wohnzimmer zu „schmücken“.
Weiter geht’s in den „Livingroom. We just chill here. Everything is from Turkey“ (Im Wohnzimmer hängen wir ab. Alles kommt aus der Türkei). Designed von einer Freundin aus der Türkei, was möglicherweise erklärt, warum jemand in der Weltstadt London seinen Chillingroom mit mondänem Mobiliar aus der Türkei ausstaffiert.

Auffälligkeiten schon während der WM 2014
Allerdings lässt nicht nur diese Homestory im wahrsten Sinne des Wortes tief blicken, sondern auch ansonsten lohnt es sich bei Mesut Özil genauer hinter die Kulissen zu schauen. Der prominente Kicker unterstützt „Islamic Relief“, eine weltweit agierende Hilfsorganisation mit Hauptsitz in Birmingham UK, die dem Spektrum der Muslimbruderschaft zugerechnet wird und deren 1996 gegründeter deutscher Ableger „Islamic Relief Deutschland“ (IRD) Erkenntnissen des israelischen Verteidigungsministeriums zufolge „Teil des Finanzsystems der Hamas“ ist und demzufolge deren Aktivitäten in Israel verboten sind.
Nachdem zunächst die B.Z. am 28. Juli 2016 kritisch hinterfragte, dass die Organisation großflächig an Berliner U-Bahnhöfen für „Zakat“, Armensteuer, Almosen, die „3. Säule des Islams“, werben durfte und die islamkritische Bloggerin Sigrid Herrmann-Marschall das in ihrem Blog „Vorwärts und nicht Vergessen“ aufgriff, versuchte IRD das gerichtlich zu unterbinden. Unterlag allerdings, so dass es weiterhin statthaft ist, auf die Einschätzung des israelischen Verteidigungsministeriums zu verweisen.
Im Vorfeld der WM 2014 berichteten Medien, im Falle des Sieges für Deutschland würde Mesut Özil seine Prämie nach Gaza spenden. Während der WM erregte der Nationalspieler Medienberichten zufolge Aufsehen, weil „er es abgelehnt hatte, einem FIFA-Offiziellen wegen dessen Unterstützung Israels die Hände zu schütteln.“
Nach der WM stellt Mesut Özil indes klar, dass er nicht nach Gaza spenden, sondern die Kosten für lebensrettende Operationen für insgesamt 23 schwer erkrankte Kinder in Brasilien übernehmen werde. Als Dankeschön für die Gastfreundschaft während der WM, die in Brasilien ausgetragen wurde.
Sagen wir es mal so: Hätte Brasilien nicht Unsummen in die Ausrichtung der WM investiert, wären noch sehr viel mehr Operationen aus eigener Kraft finanzierbar. Laut Pro 7 hat er allerdings das Eine – OPs in Brasilien finanzieren – getan und das Andere – Spende nach Gaza – nicht gelassen.
Was übrigens auch andere Fußballer, sogar ganze Teams, taten. So spendete das algerische National-Team Medienberichten zufolge 5,25 Mio. britische Pfund nach Gaza.
Niemandem kann vorgeworfen werden, für Menschen in Not zu spenden. Selbstverständlich haben Menschen, insbesondere Kinder, in Gaza dasselbe Recht auf Unterstützung wie jene in Brasilien oder Hamburg und Berlin. Spenden nach Gaza sind aber insofern problematisch, als dass schwer vorstellbar ist, dass diese Spenden an der HAMAS vorbei ein konkretes Ziel erreichen. Die HAMAS wiederum benutzt Spendengelder im Wesentlichen für drei Bereiche: Den Funktionären ein exklusives Leben zu ermöglichen, Tunnelbau zum Waffenschmuggel zu finanzieren und um sich der Bevölkerung gegenüber als caritative Organisation zu gerieren und darüber Einfluss auf die Familien/Clans zu bekommen, Abhängigkeiten zu schaffen, soziale Kontrolle, insbesondere auf Frauen, auszuüben, Wahlstimmen zu akquirieren sowie Anhänger und Mitstreiter als auch Selbstmordattentäter zu rekrutieren.

Wer oder was ist Islamic Relief?
Islamic Relief selbst sieht sich als Hilfsorganisation, die sich insbesondere durch islamische Werte leiten lässt. Das englische Wort ‚Relief‘ steht für Unterstützung und diese Aufgabe übernimmt die NGO in über 40 Ländern weltweit. In Deutschland wurde die Nichtregierungsorganisation 1996 gegründet und bei IRD arbeiten rund 80 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit. 2016 hat die deutsche Organisation nach eigenen Angaben weltweit über 12 Millionen Euro in Projekte investiert.

Zwischen 2011 und 2015 hat Islamic Relief laut eigenen Angaben insgesamt 6.134.930,24 Euro an öffentlichen Fördermitteln erhalten. Beispielsweise hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zwischen 2013-2015 über 600.000 Euro in ein jordanisches Rehabilitationsprojekt von Islamic Relief für Flüchtlinge investiert.“
Neben den internationalen Tätigkeiten macht IRD sich auch in der Flüchtlingshilfe nützlich. Klingt erst einmal sehr solidarisch. Tatsächlich aber gilt für diese Hilfe dasselbe wie für die caritativen Aktivitäten der HAMAS: Sie dienen dazu, Einfluss auf die Geflüchteten zu bekommen, Abhängigkeiten zu schaffen, soziale Kontrolle, insbesondere auf Frauen, auszuüben sowie Anhänger und Mitstreiter zu rekrutieren. Caritative Tätigkeiten sind weltweit ein wichtiges Standbein der Organisationen des fundamentalen Islams, nicht nur der Muslimbruderschaft und ihr nahe stehenden Organisationen.
Dieses Prinzip wurde übrigens auch von der Kirche als Mittel eingesetzt, Menschen an sich zu binden: Als sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts in Europa der Geist der Aufklärung ausbreitete und die Kirchen eine immer geringere Rolle spielten, kam die „Wohlfahrt“ ins Spiel, die katholische „Caritas“ und die protestantische „Diakonie“. So konnte unter dem Deckmäntelchen der Fürsorge weiterhin auf die Bevölkerung eingewirkt werden.
Das Prinzip „Wohlfahrt“ gab es auch vorher schon, so hatten z. B. die Zünfte Hilfskassen, um u.a. Witwen und Waisen zu unterstützen. Später gründeten wohlhabende Bürger Stiftunten, die z. B. Armen- und Waisenhäuser unterhielten. Verwaltet wurden die Stiftungen häufig von Geistlichen, denen dann auch die Aufsicht und die Ausgestaltung der Heime oblag.

Interessante Querverbindungen
Sigrid Herrmann-Marschall konnte personelle Verflechtungen sowohl zwischen IRD und der Mutterorganisation mit Sitz in Birmingham UK als auch zur Islamischen Gemeinschaft Deutschlands (IGD), dem deutschen Ableger der Muslimbruderschaft, nachweisen.
Außerdem beschreibt die Bloggerin, wie prominente Persönlichkeiten aus der Politik, Kunst und Kultur sich vor den Karren von IRD spannen lassen. So warben 2017 für die IRD-Aktion „Speisen für Waisen“ u.a.:
Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz
Kübra Gümüşay, Publizistin
Margot Käßmann, Theologin
Namid Kermani, Schriftsteller
Hannelore Kraft, SPD, ehemalige Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalen
Margim Mavraj, Profi-Fußballer
Aiman Mazyk, Vorsitzender des „Zentralrats der Muslime in Deutschland“ (ZMD)
Dieter Reiter, SPD, Oberbürgermeister München
Henriette Reker, parteilos, Oberbürgermeisterin Köln
Frank-Walter Steinmeier, SPD, Bundespräsident
Cem Özdemir, ehemaliger Bundesvorsitzender der Grünen
Aydan Özoǧuz, ehemalige Integrationsbeauftragte der Bundesregierung
Stefan Schmidt, ehemaliger Kapitän der „Cap Anamour“, Integrationsbeauftragter Schleswig-Holsteins
Bülent Ucar, Islamwissenschaftler.
Aydan Özoǧuz nahm zudem teil an einer Veranstaltung unter dem Titel „Zurück zu den Wurzeln ´Islamleben`“ vom 16.-18.Weptember 2011 in Bad Orb. Veranstaltet von: Deutschsprachiger Muslimkreis Berlin (DMK), Haus des Islam (HDI) und Islamische Gemeinschaft in Deutschland (IGD).
Teil nahmen neben Aydan Özoǧuz, die zu dem Zeitpunkt SPD-Bundestagsabgeordnete und Integrationsbeauftragte ihrer Bundestagsfraktion war, u.a. Dr. Al Al Meky (IGD), Muhammad Siddiq (HDI), Ahmad El-Khalifa (Islamisches Zentrum München) und Tarek Abdelalem (IRD).
Das „Haus des Islam“ ist der Webseite des ZMD zufolge „eine freie, unabhängige Initiative von deutschsprachigen Muslimen, Sie informiert sachgerecht in deutscher Sprache über den Islam, hilft Unkenntnis und Mißverständnisse zu beseitigen und bemüht sich, Vorurteile abzubauen. Sie will zum richtigen Verständnis des Islam als Glaubenslehre und Lebensweise beitragen.“
Das HDI wurde 1982 von Muhammad Siddiq Borgfeld gegründet, der 1994 zu den Mitbegründern der „Muslimischen Jugend in Deutschland e.V.“ (MJD) gehörte. Die MJD wiederum ist Mitglied beim Forum of European Muslim Youth and Student Organizations (FEMYSO). „Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes wird das FEMYSO von der Muslimbruderschaft in Europa dominiert und in der Medienöffentlichkeit wird die Ansicht vertreten, dass das FEMYSO und der größte Teil seiner Mitgliedsorganisationen der Muslimbruderschaft zuzuordnen sind.“
Die MJD brachte u.a. #unteilbar-Unterstützerin Fereshta Ludin hervor, die in Baden-Württemberg zunächst vergeblich versuchte, den Hijab an öffentlichen Schulen durchzusetzen. Nachdem sie damit gescheitert ist, kam sie an einer islamischen Schule in Berlin unter, die von der Organisation IGMG unterhalten wird. Die IGMG gilt als türkisches Pendant zur Muslimbruderschaft und ist ebenfalls Mitglied bei FEMYSO. Fereshta Ludin war von 1997-99 Mitglied im Vorstand der MJD.
Muhammad Siddiq Borgfeld ist eine sehr umtriebige Persönlichkeit der islamischen Community. U.a. ist er Mitglied im European Council of Fatwa and Research (ECFR), einer Organisation, die ebenfalls der Muslimbruderschaft nahestehen soll.
Der ECFR hat neuerdings auch eine deutsche Sektion, in der er ebenfalls Mitglied ist.
Die Einhaltung der islamischen Gebote kollidiert bekanntermaßen bisweilen mit dem Leben in unserer Gesellschaft. Alljährlich z. B. im Zusammenhang mit dem Fastenmonat Ramadan. In der Vergangenheit war es offenbar für muslimische Profi-Fußballer ein Problem, während des Ramadans ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. Also wurde der Deutsche Fußballbund (DFB) aktiv, um das Problem zur beiderseitigen Zufriedenheit zu lösen. Was also lag näher als den Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), und somit dessen Vorsitzenden Aiman Mazyek, hinzuzuziehen? Der wiederum holte sich externen Rat. Und zwar beim religiösen Gutachterrat der Al-Azhar-Universität in Kairo/Ägypten, nicht nur laut ZMD „eine der führenden Autoritäten des Islams“ und dem ECFR. Kein Witz, der DFB verhandelte mit Organisationen, die im begründeten Verdacht stehen, der Muslimbruderschaft nahzustehen, um die Zusammenarbeit mit muslimischen Fußballern irgendwie (v)erträglich zu gestalten …
Das Islamische Zentrum München (IZM) wurde um 1960 aufgebaut. Zunächst von Muslimen, die unter Hitler in der Wehrmacht gegen Stalin gekämpft hatten. Das Zepter übernahm dann Said Ramadan, Schwiegersohn und Berater des Begründers der ägyptischen Muslimbruderschaft Hassan al-Banna. Das IZM galt als Europazentrale der Muslimbruderschaft. Experten des „Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam“ gehen davon aus, dass sich der deutsche Ableger der Muslimbruderschaft u.a. unter Aiman Mazyek zu einer autonomen Organisation entwickelt hat: „Während Gründerväter deutscher Einrichtungen, wie Ramadan oder al-Attar, engste persönliche und organisatorische Verbindungen in ihre jeweiligen Herkunftsstaaten pflegten, handelt es sich bei Funktionären der heutigen Generation, wie dem Deutsch-Ägypter El-Zayat oder dem Deutsch-Syrer Mazyek, um Personen, die eine deutlich stärkere Deutschland-Orientierung aufweisen, so dass mittlerweile wohl von der Existenz einer, von internationalen Organisationen relativ unabhängig agierenden, autonomen deutschen Muslimbruderschaft ausgegangen werden kann.“
„Islamic Relief“ ist eine der vielen Organisationen im weit verzweigten Netzwerk der Muslimbruderschaft, mit der sie sich auch Ansehen in der autochthonen Bevölkerung und z. B. bei den Kirchen verschaffen. So verwundert es nicht, dass es beim KDDM-Cup auch ein Match Imame gegen Pfaffen gibt (s.u.).

Kicken für den Fundamentalismus
Laut Welt ist Erkut Söğüt der in London lebende Berater Mesut Özils.
2013 initiierten der KDDM und IRD den ersten KDDM-Cup, bei dem verschiedene Teams gegeneinander kicken. Erkut Söğüt überreichte nach dem Spiel „als Special … zwei handsignierte Trikots von Mesut Özil für die neue Saison bei Real Madrid.“
2016 übernahm Mesut Özil die Schirmherrschaft des KDDM-Cups und auch 2018 gab es wieder das „Special“: drei handsignierte Arsenal-Shirts.
Beim diesjährigen KDDM-Cup pfiff Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) das Spiel der Imame gegen Pfaffen. Schirmherrschaft hatte in diesem Jahr der nordrhein-westfälische Integrationsminister Joachim Stamp (FDP).
Für musikalische Untermalung sorgte laut KDDM „die bekannte Comedian Gülcan von Comedyensemble ´Datteltäter`.“
Die „Datteltäter bewegen sich im Spektrum der „Neudeutschen Organisationen“ (NDO). „Datteltäter“ Younes Al-Amayra ist/war laut taz Aktivist bei JUMA – Jung, Muslimisch, Aktiv – eine Organisation junger Leute mit starken Bezug zum fundamentalen Islam, gegründet von #unteilbar-Aktivistin Sawsan Chebli.
Das belegt schon der Eigenname, Juma ist das für gläubige männliche Mulime vorgeschriebene Freitagsgebet. Aus dieser Vorschrift wird u.a. abgeleitet, warum Frauen nicht in die Moscheen dürfen: um den Männern nicht den Platz wegzunehmen.
JUMA nahm, neben anderen fundamental-islamischen Organisationen, teil am diesjährigen Bundeskongress der NDO. Dort waren auch die „Dattelträger“ dabei sowie die MJD, neben Organisationen wie der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Medien wie Zeit und taz.
Laut Heise online scheint es sich bei den „Datteltätern“ und den „Dattelträgern“ um denselben Personenkreis zu handeln. Die „Datteltäter“ wurden 2017 mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet.

Fundamentalisten mit besten Beziehungen zur Landesregierung in NRW
Das Engagement der Landesregierung in Sachen KDDM mag verwundern. Um das zu verstehen, bedarf es eines Blickes hinter die Kulissen der CDU in NRW. 2014, als der jetzige Ministerpräsident Armin Laschet noch nicht Ministerpräsident, sondern „nur“ CDU-Vorsitzender in NRW und die jetzige Staatssekretärin für Integration, Serap Güler, wie Armin Laschet auch Landtagsabgeordnete war und die SPD die Regierung stellte, gab es einen heftigen Streit innerhalb der CDU über türkische Mitglieder, bzw. deren Aufnahme, die dem fundamentalistischen Spektrum zuzuordnen sind, bzw. wenig Berührungsängste mit Organisationen wie der IGMG oder den der Grauen Wölfe nahestehenden Organisationen zu haben schienen. Dazu gehörte übrigens auch Serap Güler.
Einige CDU-Mitglieder forderten deshalb ein spezielles Aufnahmeverfahren, dem potentielle Mitglieder mit fragwürdigem politischen Hintergrund oder Kontakten zu unterziehen seien. Einem solchen Verfahren musste sich seinerzeit der Düsseldorfer Rechtsanwalt Dalinc Dereköy unterziehen. So berichtete Der Westen: „Monatelang musste Dereköy warten, bis er Mitglied der Christdemokraten in der Landeshauptstadt werden durfte. Zuvor musste er sogar dem Parteivorstand Rede und Antwort stehen, was höchst ungewöhnlich ist, aber aufgrund der Bedenken einiger CDU-Mitglieder gegen Dereköy, wollte sich der Vorstand persönlich ein Bild von ihm machen.“
Wie das Blatt berichtete, war der 36-Jährige Vorsitzender des KDDM. Innerhalb dieses Interessensverbandes seien neben einigen anderen Moscheevereinen auch die IGMG und einem Bericht der Welt zufolge auch eine salafistische Moscheegemeinde organisiert. Dereköy selbst sei Mitglied der DITIB. 2010, in seinem ersten Berufsjahr, habe die Düsseldorfer Kanzlei, für die Dereköy arbeitete, die Verteidigung des Mönchengladbacher Salafistenvereins „Einladung zum Paradies“ übernommen. Der KDDM sei Mieter eines muslimischen Gebetsraumes im Sicherheitsbereich des Düsseldorfer Flughafens und steht in engem Kontakt mit den NRW-Sicherheitsbehörden, so Der Westen. Die KDDM selbst lobt den Gebetsraum als „in dieser Form in Deutschland einmalig“: „Die täglichen Gebete gehören zu den wichtigen Pflichten im Islam. Diese Gebete sind fest mit gewissen Abläufen und Zeiten verbunden. Daher war es dem KDDM ein Anliegen von höherer Priorität dieses Vorhaben finanziell und tatkräftig zu unterstützen. Der KDDM ist Mieter des muslimischen Gebetsraumes im Sicherheitsbereich des Düsseldorfer Flughafens im Terminal C. Dies ist in dieser Form in Deutschland einmalig. In dem rund 30 Quadratmeter großen Gebetsraum können sowohl Frauen als auch Männer getrennt voneinander beten. Zusätzlich bietet der Raum separate Waschbereiche, die zum Durchführen der Gebetswaschung konzipiert wurden.“
Neben den Bedürfnissen reisender Gläubiger kümmert der KDDM sich auch um die Seelsorge Gefangener.
Serap Güler intervenierte seinerzeit gegen dieses ungewöhnliche Aufnahmeritual Dalinc Dereköys. Sie war im April 2014 zu Gast auf der Jahresversammlung des KDDM.
Im April 2018 besuchten Vertreter des KDDM den Düsseldorfer Landtag auf Einladung der Piratenpartei.

Mesut Özil offenbar fest verankert im fundamentalistischen Milieu

Die islamkritische Bloggerin Sigrid Herrmann-Marschall entdeckte auf einem der Fotos des diesjährigen KDDM-Cubs, wie gesagt, unter Mitwirkung der Düsseldorfer OBs und des nordrhein-westfälischen Integrationsministers, „Mohamed Gintasi alias Abu Jibril, …, ein bundesweit agierender problematischer Prediger, dem wegen seiner Betätigungen sogar die Einbürgerung verweigert wurde.“ Der, so vermutet das Oberverwaltungsgericht Münster 2017, an Veranstaltungen des salafistischen Vereins – Überraschung – „Reise ins Paradies“ mitgewirkt habe.
Seinerzeit veröffentlichen diese eine Pressemitteilung, „in der der Anwalt wie folgt zitiert wird: ´Salafismus ist eine orthodoxe und konservative Auffassung des Islam, die auf die Rückbesinnung auf ursprüngliche Werte der Muslime ausgerichtet ist. Niemals aber hat der Verein oder seine Repräsentanten zu Gewalt, Radikalismus oder Terrorismus aufgerufen`. Dereköy kennt diese Sätze nur zu gut. Dutzende Male musste er sich schon dafür erklären. Der Anwalt betont dabei stets und nachdrücklich, dass weder die Kanzlei noch er jemals dieses Zitat autorisiert haben und es sich dabei auch nicht um ihre Meinung handelt. Die Salafisten seien Mandaten gewesen, und die Rechtsanwälte hätten ihren Job getan. Nicht mehr und auch nicht weniger.“
Und weil Dalinc Dereköy der Mandantschaft so distanziert gegenübersteht, tauchte Mohamed Gintasi im darauffolgenden Jahr beim KDDM-Cub auf …
Die Expertin setzt sich in ihrem Blog „Vorwärts und nicht Vergessen“ auch mit den Führungspersonen von „Islamic Relief“ auseinander. So ist „der Vorsitzende von Islamic Relief Deutschland Dr. Almoutaz Tayara. Er ist auch in der britischen Zentrale einer von fünf Direktoren“.
Laut Sigrid Herrmann-Marschall hat Tayara eine Vorliebe fürs Martialische, u.a. die „Helden der Kassam-Brigaden.“
Alles in allem drängt sich der Eindruck auf, dass Mesut Özil fest verankert ist im fundamental-islamischen Milieu, dem auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoǧan angehört und zu dessen exponierter Vertreter der Reis vom Bosporus gehört.
Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass Mesut Özil sich nicht solidarisch verhielt, als Deniz Nakı mit dem Leben bedroht wurde, denn Deniz Nakı wurde von Menschen aus jenen politischen Kreisen bedroht, mit denen Mesut Özil offenbar sympathisiert.
Deniz Nakı seinerseits kritisierte Özil für seinen eindimensionalen Rassismus-Begriff und fragte ihn, wo dessen Solidarität bliebe, wenn er als Kurde in der Türkei diskriminiert werde?
Mitte Januar 2018 wurde auf Deniz Nakı geschossen.
https://www.zeit.de/…/deniz-naki-anschlag-erdogan-gegner-tu…). Der Profi-Fußballer spielte u.a. für den 1. FC St. Pauli und wechselte zum türkischen Zweitligisten „Amdespor“. Amed ist der kurdische Name für die Stadt Diyarbakir. Deniz Nakı wurde in der Türkei die Spieler-Lizenz entzogen, weil er sich mehrfach politisch äußerte und auch mit dem inzwischen inhaftierten Vorsitzenden der pro-kurdischen Parlamentspartei HDP, Selahattin Demirtaş, ablichten ließ.
Das ist genauso sein gutes Recht, wie es das Mesut Özils ist, sich mit dem türkischen Präsidenten ablichten zu lassen. Weder das eine noch das andere sollte berufliche Auswirkungen für die beiden Kicker haben.
Wer genau auf Deniz Nakı schoss, ist bis heute ungeklärt. Aber nach dem Attentat äußerte sich eine Gruppe namens „Turan“ zu dem Vorfall und drohte, das Werk vollenden zu wollen.
Turan ist eine Rocker ähnliche Vereinigung, mit Verbindungen zum inzwischen verbotenen Rockerclub „Osmanen Germania“ und gilt als Teil des Netzwerks der den faschistischen „Grauen Wölfen“ nahestehenden Organisationen.
Es gibt erwiesenermaßen zahlreiche Querverbindungen zwischen den religiösen und politischen extremistischen Organisationen. Und im ZMD sind sie alle vereint: 9 von 19 Organisationen sollen zum Netzwerk der Muslimbruderschaft zählen, hinzu kommen schiitische Organisationen, die direkt den religiösen Führern im Iran unterstehen sowie die den Grauen Wölfen nahestehende ATIB. Der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek forderte im Zusammenhang mit der Özil-Debatte den Rücktritt von DFB-Teammanager Oliver Bierhoff und Verbandschef Reinhard Grindel.
Mazyek sprach von einer „Schlagseite im Integrations- und Islamdiskurs“, die sowieso schon diesen erschwere. Klar, wenn Muslime eine sportliche Angelegenheit sozusagen islamisieren, dann bekommt die Debatte eine „Schlagseite“, oder wie es in Schwaben heißt „ein Gschmäckle“. Auffallend ist indes, dass der Islam die einzige Religion ist, die für so viel Gesprächsstoff sorgt. Und zwar häufig, wie in diesem Fall, weil sie von Muslimen zum Gesprächsthema gemacht wird, mit dem diese sich als Opfer einer ihnen und ihrer Religion feindlich gesinnten Gesellschaft inszenieren.
Nur zur Erinnerung: Mesut Özil ist aus eigenem Wunsch aus der Nationalelf ausgeschieden. Deniz Nakı ist untergetaucht und spielt NICHT mehr Fußball. Jedenfalls nicht als Profi-Kicker. Weil er von jenen politischen Kreisen mit dem Leben bedroht wird, mit denen Mesut Özil offenkundig sympathisiert.
Das gilt es zu kritisieren. Macht Özil aber nicht zu einem besseren oder schlechteren Fußballspieler.

Schariastaaten kaufen sich in westliche Gesellschaften ein

Es gibt regen wirtschaftlichen Austausch mit arabischen Staaten – auch mit solchen, in denen die Scharia viel und die Menschenrechte gar nichts gelten. Weshalb diese in europäische Unternehmen investieren, obwohl sie die westlichen Gesellschaften als „haram“, verboten, betrachten, der Frage bin ich nachgegangen.
Bei der Gelegenheit habe ich noch einen Blick in den Kleiderschrank von Sawsan Chebli geworfen. Gerade im Frühherbst ist Trachtenmode besonders in, das Oktoberfest naht, in den Läden gibt es überall Lederhosen, Janker und Dirndl zu kaufen. Die #unteilbar-Aktivistin hat auch eins – ein ganz besonderes. Schaut mal (ganz am Ende des Artikels):

https://www.heise.de/tp/features/Scharia-Staaten-kaufen-sich-in-westliche-Gesellschaften-ein-4208389.html?fbclid=IwAR3IGQbYQTq8S2uN-64zW-YC4xi5w10j2me02rQ9rQ1IRxklSn_blKic2S0

LINKE bald mit Heiligenschein?

Die an die Linkspartei angebundene Rosa-Luxemburg-Stiftung lädt für den 17. November 2018 zum „2. Religionspolitischem Kolloquium“ unter dem Motto „Neutralität – macht- Religiöse Vielfalt“ . Als Teilnehmende sind auch Organisationen, bzw. Akteure aus dem fundamental-islamischen Spektrum eingeladen. Wie wenig Berührungsängste Linke/LINKE mit dieser Szene haben, machte unlängst die #unteilbar-Demo deutlich. Auch dieses Kolloquium wird dominiert von Personen und Organisationen aus dem fundamental-islamischen Spektrum.

Interreligiöser Dialog hoch im Kurs bei der LINKEN
Wer sich nun wundert, wieso ausgerechnet DIE LINKE, bzw. die Rosa-Lux-Stiftung sich intensiv mit dem Thema Religion beschäftigt: Das ist weder neu noch besonders originell. Einige der geladenen ReferentInnen sind schon in der Vergangenheit als höchst interessiert am „interreligiösen Dialog“ in Erscheinung getreten, der Verbund mit fundamental-islamischen Organisationen kein Tabu mehr, seitdem die Hamburger Linksfraktion ihr Herz für die SCHURA (Rat der islamischen Gemeinschaften) entdeckte und sie seitdem wie eine aussterbende Spezies vor der Auflösung des Staatsvertrags mit dem Hamburger Senat verteidigt.
So lud die PDS Hamburg schon 2006 zu einem „interreligiösen Dialog“ ein. Die bei der Rosa-Lux-Tagung als Referentin geladene Christiane Schneider, migrationspolitische Sprecherin der Hamburger Linksfraktion, moderierte gemeinsam mit einer Vertreterin der SCHURA, die einen Hijab trug, die Veranstaltung. Es war aber keine gemeinsame Veranstaltung, sondern eine der PDS.
Auf dem Podium saßen Norbert Müller, Konvertit und Justiziar der SCHURA, dessen Aufgabe es ist, der erstaunten Öffentlichkeit die Kompatibilität von Grundgesetz und Scharia plausibel zu machen. Außerdem der Jude Rolf Verleger, der damals noch forderte, islamische Organisationen sollten sich von Selbstmordattentaten distanzieren, ansonsten sei er nicht bereit, mit ihnen zu diskutieren. Zudem der inzwischen verstorbene Horst Bethge und der Völkerrechtler Norman Paech.
Paech und Verleger trafen an jenem Abend das erste Mal aufeinander. Es dauerte nicht sehr lange und Verleger wurde zum Dauergast bei Tagungen der Friedensbewegung, obwohl er sich seinerzeit deutlich für den Jugoslawien-Krieg ausgesprochen hatte. Dessen Ablehnung ist quasi das Kerngeschäft der Friedensbewegung. Aber Verlegers Israel-Kritik wurde immer radikaler und der Professor aus Lübeck immer häufiger zu Veranstaltungen der Friedensbewegung geladen.
Die SCHURA ist ein Konglomerat aus mehr oder weniger allen islamischen Strömungen: sunnitischen, schiitischen, der Muslimbruderschaft (MB) nahestehenden und zu etwa ¼ Organisationen aus dem Spektrum der „Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş“ (IGMG), dem türkischen Pendant zur MB.
Damals gab es heftige Auseinandersetzungen in der Friedensbewegung, weil einer der drei Vorsitzenden der SCHURA auf einen „Ungläubigen“, einen linken Iraner, Aktivist der Friedensbewegung, gewalttätig geworden war. Vor allem Iranische Linke warnten vor einer Zusammenarbeit mit der SCHURA und klärten über die Hintergründe der Mitgliedsorganisationen auf. Jedoch ohne Erfolg.
Der Hamburger Senat schloss einen Staatsvertrag mit der SCHURA, außerdem mit DITIB, der ihnen quasi Narrenfreiheit garantierte. Christiane Schneider „begrüßte“ den Staatsvertrag. Sie hält trotz aller Kritik an DITIB und auch an der IGMG bis heute daran fest.

Mit dem Segen des falschen Propheten
Die ebenfalls als Referentin angekündigte Christine Buchholz postete vor etwa 2 Jahren auf ihrem Facebook-Profil, wie sie mit der Fraktionskollegin Sabine Leidig eine Veranstaltung der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) besuchte. Laut Leidig sind sie dort gesegnet worden. Die AMJ sind eine muslimische Sekte mit Ursprung in Pakistan. Dort werden sie verfolgt, weil sie den Sektengründer als Propheten verehren. Das gilt im Islam quasi als Apostasie, weil es natürlich nur einen Propheten geben kann.
Die AMJ haben ein sehr orthodoxes Weltbild, Kinder werden bis zur Volljährigkeit als Eigentum der Sekte betrachtet, sexuelle Kontakte zwischen jungendlichen Jungen und Mädchen sind strikt untersagt, die Familien müssen ein Mitglied „opfern“, das dann sein oder ihr Lebtag lang Frondienste verrichten muss. In Hessen gab es vor Jahren einen Fall einer Ermordung einer jungen Frau, Lareeb Khan , die von ihren eigenen Eltern umgebracht wurde, weil sie eine sexuelle Beziehung zu einem Studenten unterhielt. Die Eltern waren beide in der AMJ-Gemeinde aktiv und fürchteten aus der Gemeinschaft verstoßen zu werden, wenn die Liebschaft ihrer Tochter bekannt würde. Also haben sie die junge Frau kurzerhand ermordet, weil sie nicht von ihrem Freundlassen wollte.
Aufgrund der Tatsache, dass sie in Pakistan tatsächlich verfolgt werden, gelingt es der AMJ immer wieder, sich als Opfer zu inszenieren. Zu ihrem kruden Weltbild gehört auch die Ablehnung von Homosexualität. Ein Besuch in einer Moschee der AMJ in Berlin gab Constantin Schreiber den Anstoß zu seinem „Moschee Report“. Interessanterweise stammen die meisten Informationen über diese Sekte von einer Mitarbeiterin der hessischen Linksfraktion.

Früh übt sich …
Mit von der Partie ist auch eine Vertreterin von „CLAIM Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit“, ein Projekt der Jungen Islam Konferenz. Diese wiederum ist ein kulturrelativistisches Projekt, das an einigen Schulen agiert und darauf abzielt, schon die Kids an die Allgegenwart der islamischen Realität in Deutschland zu gewöhnen. Verschleierte Mitschülerinnen, Verbot von Schwimm-Unterricht für diese, dehydrierte, weil fastende SchülerInnen während des Ramadans, Halāl-Speisen in den Schul-Kantinen, Gebetsräume. Fastenbrechen in der Aula, interreligiöse Gottesdienste, etc. Wenn sie schon in jungen Jahren daran gewöhnt sind, werden sie als Erwachsene der Ausbreitung der Scharia in unserer Gesellschaft keinen Widerstand entgegensetzen.

Rechtgeleitet von der Wiege bis zur Bahre
Als Teilnehmerin an einer der Podiumsdiskussionen ist Zeynep Cetin, Juristin und Projektleiterin des Netzwerkes gegen Diskriminierung und Islamfeindlichkeit (Inssan e.V.) angekündigt. Inssan e.V. gehörte auch zu den Organisationen, die zur #unteilbar-Demo aufgerufen haben. Das Netzwerk hat sich u.a. den Kampf gegen das Berliner Neutralitätsgesetz auf die Fahnen geschrieben.
Über den Verein schreibt Ralph Ghadban in seinem Buch „Arabische Clans – Die unterschätzte Gefahr“ in dem Kapitel „Das islamische Zentrum“ (ECON, S. 124 ff):
„Das islamische Zentrum ist mehr als eine Moschee, es ist eine Miniatur der islamischen Gesellschaft. Unter einem Dach vereint es verschiedene Aufgaben, die in der islamischen Welt auf unterschiedliche Institutionen verteilt sind. Die Konzeption des islamischen Zentrums wurde von Said Ramadan entwickelt, der der Schwiegersohn des Begründers der Muslimbruderschaft Hassan al-Bann war und der Vater von Tarik Ramadan, dem vorgeblichen Modernisierer des Islam in Europa. Ramadan gründete 1961 das erste islamische Zentrum in Genf, das den islamischen Zentren im Westen als Vorbild dient. Ein Jahr zuvor, 1960, hatte er die Moscheebaukommission in München mitbegründet, die später die ´islamische Gemeinschaft Deutschlands` (IGD) wurde und it ihren islamischen Zentren das Hauptmitglied des ´Zentralrats der Muslime` bildet. Die IGD steht der ägyptischen Muslimbruderschaft sehr nah.

Die islamischen Zentren bieten neben Koranschulen und Kulturverrichtung eine ganze Reihe anderer Leistungen an. Sie verkaufen islamische Bücher und Utensilien sowie Halāl-Lebensmittel; viel wichtiger aber ist ihr Angebot im Bereich der Bildung und Sozialarbeit. So werden Aufgaben der Mehrheitsgesellschaft in das Zentrum übernommen und in eigener Regie durchgeführt. Alphabetisierung in Deutsch und Arabisch; Computerkurse, Kindergarten, Schule sowie Jugendarbeit, Sport, Freizeitgestaltung, Frauenarbeit und Beratung in allen Lebenslagen finden dort statt. Ein beantragtes , aber nicht bewilligtes Zentrum der Organisation Inssan e.V. in Berlin beispielsweise hätte all diese Elemente umfasst, mit seiner Hilfe könnte ein Hartz-IV-Bezieher sein Leben von der Geburt bis zum Tod verbringen, ohne je in Kontakt mit Deutschen zu kommen (Ghadban hatte in einem vorherigen Kapitel erörtert, dass viele arabische Geflüchtete, insbesondere Mitglieder der berühmt-berüchtigten Clans, vorzugsweise von staatlichen Transferleistungen leben und kein Interesse an der Ausübung eines Berufes haben). Es fehlte nur das Altenheim.
Alle Aktivitäten des islamischen Zentrums basieren auf der Scharia – das ist der Unterschied zur Mehrheitsgesellschaft. Die Scharia ist ein abweichendes Wertsystem, das sich mehr oder weniger gegen unsere ´verdorbene` Gesellschaft richtet und sich als alternative zu ihr versteht. Die islamischen Zentren bilden das Gerüst der Parallelgesellschaft, sie sind auch die Basis für die Islamisierung der Gesellschaftsverhältnisse, deren Hauptanliegen darin besteht, die Geschlechtertrennung einzuführen, die wiederum den Grundstein der islamischen Gesellschaftsordnung darstellt. Hinter dem Kopftuch, das die Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit bedeutet, steckt ein archaisches Weltbild von der Frau als Sexobjekt, die den triebhaften Mann provoziert, deshalb muss sie sich verschleiern und von ihm ferngehalten werden. Zwischengeschlechtliche Kontakte müssen in dieser Ordnung von außen kontrolliert werden.“
Wie Ghadban schreibt, wurde das Zentrum von Inssan e.V. nicht genehmigt. Doch macht der Autor sehr deutlich, wes Geistes Kind die AnhängerInnen dieses Netzwerks sind.
Nicht nur im Hinblick auf Inssan e.V. stellt sich also die Frage: Was bitte gibt es mit denen zu bereden?

#unteilbar auch in der Modewelt

Derzeit läuft im „de Young Museum“ in San Francisco eine Ausstellung unter dem Titel „Contemporary Muslim Fashion“ (Zeitgenössische Muslimische Mode). Im April soll sie im Frankfurter „Museum angewandte Kunst“ einziehen.

Was auf den ersten Blick nach Hijab und Burka in bunt statt braun klingt, entpuppt sich nach intensiverer Auseinandersetzung sozusagen als Entsprechung von #unteilbar – eine Demonstration, bloß von Mode statt Gesinnung.

Wie auch bei der #unteilbar-Demonstration am 13.10.2018 in Berlin präsentieren die Ausstellerinnen sozusagen einen Kessel Buntes, darunter einige Halāl-Designerinnen, z. B. die Erfinderin des Burkinis. Diese sind aber in der Minderheit, die meisten kreieren bunte Mode, mit – und vorwiegend ohne – Kopfbedeckung, z. T. ziemlich schrill.

Dieser Rahmen bietet den Schutz für die Hardcore-Fundi-Mode, die uns als Muslim-Style, contemporary noch dazu, präsentiert wird.
Gerade in der politischen Szene, die am 13.10.2018 in Berlin primär sich selbst feierte, gilt es als Zeichen von Toleranz und Fortschritt, die fundamental-islamische Kostümierung als gleichberechtigte Lebensform zu akzeptieren – zumindest solange es Frauen sind, denen sie aufgezwungen wird.

Bislang gibt es keinen Ausstellungskatalog, so dass es noch im Reich des Spekulatius liegt, welcher Modestil dort präsentiert werden wird. Deshalb habe ich mich intensiver mit den AustellerInnen beschäftigt.

Nachdem ich mir alle DesignerInnen angesehen habe, fühlte ich mich irgendwie an #unteilbar erinnert.

Unter 53 Ausstellerinnen habe ich 12 gefunden, deren Entwürfe eindeutig die islamische Kleidervorschrift zugrunde liegt. Bzw., die nach der Prämisse „contemporary“, sprich modische Neuheiten, kreiert haben. Darunter die Erfinderin des Burkinis, die auch ansonsten halāl-Bademoden konzipiert.

Von diesen 12 wiederum hält sich etwa die Hälfte an die klassische „muslim fashion“, die wir auch aus den hiesigen Hijab-Stores kennen. Die andere Hälfte produziert auch Hijab Wear, aber nicht streng klassisch, und die meisten von denen entwerfen ansonsten querbeet, z. T. klassische Mode, z. B. Abendgarderobe, z. T. kunterbunt, schrill und witzig, manche völlig schräg. Mit und – vorwiegend – ohne Kopfbedeckung.
Das gilt übrigens für alle, zu denen ich Infos fand, mit Ausnahme der rein halāl designenden: Eine Modenschau, wie ich mir ´ne Modenschau so vorstelle. Manche Stücke gefallen mir, bei manchen schlage ich die Hände überm Kopf zusammen. Bei vielen Kleidern empfinde ich es als wohltuend, dass sie nicht so körperbetont objekivierend, sexualisierend sind.

Die Frage ist, was davon tatsächlich den Weg in die Ausstellung finden wird.

Die Fotos, die ich im Netz von den Designerinnen gefunden haben, stellen sowohl Frauen mit als auch ohne Hijab dar. Mit Hijab eigentlich nur die, sofern ich Fotos von ihnen gesehen habe, die dann auch halāl designen.

Zu den Ausstellern gehört u.a. auch ein Schwuler, der völlig schrille Mode entwirft, wenn ich es richtig entsinne auch schon Filmkostüme entworfen hat und sich mit Conchita Wurst ablichten lässt.

Ganz klar ist mir bei der Recherche geworden, dass die westliche Modewelt den Orient (als Schlagwort) schon lange für sich entdeckt hat. So hat Vogue Vogue Arabia konzipiert und Vogue Italia ebnete einigen der Designerinnen aus den islamischen Staaten den Weg in die westliche Modewelt, erste und wohl wichtigste Station: Mailand.

Aber auch das ist nicht nur klassische Hijab Wear, sondern z. B. die Designerin Wadha Al Hajri aus Qatar, die eine Kollektion den Zelt knüpfenden Beduininnen gewidmet hat. Eine meiner Ansicht nach spannende Frau, direkt aus dem Herzen des islamischen Fundamentalismus, mit der ich mir eine spannende Diskussion vorstellen könnte.

Was ich im Netz gefunden habe, stützt jedenfalls nicht meinen ersten Eindruck, dass via „Contemporary Muslim Fashion“ die Hijab-Stores ein etwas weniger angestaubtes Image und knallige Farben verpasst bekommen. Z. T. hat die Mode wirklich nix mit dem Islam zu tun (das gibt’s!), außer dass die Designerin Muslimin ist. Vielleicht nicht einmal das, sondern möglicherweise stammt sie – oder ihre Familie – lediglich aus dem muslimischen Raum.

Trotzdem bilden die ansprechenden, frechen witzigen Modelle natürlich den Rahmen, in dem die klassische muslimische Mode einem breiten Publikum präsentiert und somit normalisiert wird.
Genau dieser Rahmen wird die Kritik daran erschweren.
Wir werden sozusagen ein Déjà-vu der Diskussion um #unteilbar erleben.

Salafisten marschierten ungestört durch Hamburg-St. Georg

Mehr als 200 Anhänger der fundamental-islamischen Furkan-Gemeinschaft zogen am vergangenen Samstag durch den Hamburger Stadtteil St. Georg. Die von ihnen gewählte Route verläuft durch ein Gebiet, in dem Moscheen und Hijab-Stores das Straßenbild bestimmen.

Der Anmelder der Aktion ist dem Staatsschutz als Aktivist der Koranverteil-Aktionen bekannt. Diese dienten dazu, junge Leute für die wahre Religion zu gewinnen und den Gotteskrieg zu begeistern. Die Behörden gehen davon aus, dass im Prinzip alle in den Dschihad nach Syrien und den Irak ausgereisten Jugendlichen (und nicht mehr ganz so Jugendliche) mit der Koranverteil-Aktion „Lies“, die später verschiedene Ableger, Nachfolger, Trittbrettfahrer hatte, in Berührung gekommen sind. Das Verbot von „Lies“, bzw. der dahinter stehenden Organisation „Die wahre Religion“ versuchte ausgerechnet ein linker Anwalt zu verhindern: Der Menschenrechtsanwalt Hans-Eberhard Schulz, seines Zeichen Mitglied im „Republikanischen Anwältinnen- und Anwälteverein“ (RAV). Der RAV rief zu der #unteilbar-Demo aufrief und trat dort mit einem Transparent mit der Aufschrift „Strafe schadet der Gesellschaft“ in Erscheinung. Ein super Beitrag zu einer Veranstaltung, die auch ein Statement gegen „Antifeminismus“ sein sollte, wo wir Feministinnen seit Jahrzehnten für konsequentere Verfolgung und Bestrafung von Gewalt- und Sexualstraftätern kämpfen. „Offene und freie Gesellschaft“, läuft! Jedenfalls für die Täter …

Weil ich es im Text nicht erwähnt habe, was allerdings unfair ist: Aufmerksam auf die Fundi-Truppe hat die Hamburger Bürgerschaftsfraktion der Partei DIE LINKE gemacht, konkret Cansu Özdemir mit einer kleinen schriftlichen Anfrage an den Senat, als die begannen, sich in Hamburg häuslich niederzulassen:

https://www.heise.de/tp/features/Der-Feind-meines-Feindes-ist-nicht-mein-Freund-4197450.html?seite=all&fbclid=IwAR0q8nutezq1stUA4-e7vD0l6ylJyAu3CguOBzQIFqhU5XKe8y1PvLGp0J8